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Rubbel99
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FC St. Pauli vs. SG Dynamo Dresden Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

2:0 (1:0)
2. Bundesliga, Deutschland
Millerntor, Hamburg
29.546 Zuschauer (ausverkauft)


Millerntor - einmal mehr war das schöne Stadion mitten in Hamburg am vergangenen Wochenende unser Ziel. Der FCSP empfing Dynamo Dresden. Es war ein Spiel, bei dem es weit mehr als nur um Fußball ging. Doch der Reihe nach.

Um kurz vor neun verließen wir Osnabrück um über die A1 und die A255 die Hansesatdt erreichten. Keine zwei Stunden brauchten wir für die knapp 230 Kilometer, die Autobahnen waren leerer als die Regale in den Supermärkten kurz vor Feiertagen. Wir parkten für 4.-¬ auf dem Heiligengeistfeld, keine dreißig Meter vom Stadion weg. Nach kurzem Besuch im FCSP-Shop am Stadion ging es gut zwei Stunden vor dem Anstoß in Richtung "Jolly Roger". Richtig, das "Jolly" ist die Kneipe der FSCP-Szene und Ultras und genau mit diesen Jungs und Mädels (und einigen Bekannten, die uns eingeladen hatten) genoss ich die ersten Gerstenschorlen. Die Freundin hatte sich als Fahrerin für den Rückweg geopfert - Liebe kann so schön sein... großes Grinsen

Es war ungewöhlich ruhig vor der Lokalität. Zwar hatte die Polizei mächtig aufgefahren (gut tausend Beamte, Wasserwerfer, Pferdestaffel, Panzerwagen, Räumfahrzeuge), das alles stand aber dekorativ in den Nebenstraßen. Und es gab keinen Grund das schwere Gerät auch in Bewegung zu setzen. Wir blieben gut eine Stunde im "Jolly", hatten zahlreiche gute Gespräche mit Paulianern und Jungs der Schickeria München (Ultras FCB) und knüpften Kontakte. Rechnete man im Vorfeld fest mit einem Angriff der eher rechtsorientierten Fans der SGD so passierte nichts. Und das ist auch ganz gut so. Eine Stunde vor dem Anstoß ging es einmal über die Straße zum Millerntor, anders als sonst gingen wir direkt ins Stadion. Schnell noch ein Bier (3.-¬ für 0,5L feines Astra) und ab auf die Plätze.

23.-€ zahlten wir für die Karte im Block N2 auf dem Oberrang der Nordtribüne, die Sicht war durch einen Stützpfeiler minimal eingeschränkt. Aber das störte überhaupt nicht. Schon weit vor dem Spiel war die Stimmung brisant im Stadion, wie schon erwähnt ging es hier mehr als nur um Fußball. Die Politik spielt beim FCSP eine große Rolle, das kommuniziert der Verein auch offen und bekommt dafür oft Gegenwind. Diesmal hagelte es jedoch zunächst Lob von allen Seiten: Farben der Gäste waren im Heimbereich verboten, Verstöße wurden konsequent geahndet und wer sich sonst nicht benehmen konnte, der wurde ebenso passend in die Schranken gewiesen. So, wie zum Beispiel Dresdens Fanszene, die vor dem Spiel den Eingang des Gästeblocks stürmen wollten aber am Ordnungspersonal und der Polizei scheiterten. Oder auch zwei Besucher ein paar Reihen über uns, die sich abwertend über die Flüchtlingspolitik äußerten und den Anhang der Gastgeber laut als "linkes Faschopack" bezeichnete. Dafür gab es die Quittung: Eine deftige Ansage der Sitznachbarn, deutliche Gesten der umherstehenden - beide verließen freiwillig den Block und kamen auch nicht wieder.

Das Millerntor - immer wieder ein Erlebnis. Kurz vor dem Spiel gab es erneut Gänsehaut pur. Die Hymne (Das Herz von St. Pauli) dröhnte durch die Boxen, gut 25.000 Kehlen sangen lauthals mit und auf dem Unterrang der Nord- und auf der Südtribüne bahnte sich was großes an. Und so kam es auch: Zum Intro gab es gleich zwei Choreographien. Auf der Südtribüne gab es zwei große Blockfahnen, in der Mitte stand das Wort "Klassenkampf" in großen Lettern. Das FCSP-Logo und ein braun-weißes Fahnenintro begleitete die Teams auf der Nordtribüne ins Stadion. Der Gästeblock lieferte ein Fahnenintro. Nichts besonderes, aber dennoch sehenswert. Sportlich entwickelte sich ein wahrer Fight um jeden Zentimeter Rasen, auf den Rängen war die Stimmung klasse und jederzeit aufgeheizt. Gut 3.000 Dresdner standen im Gästeblock, im Stadion verstreuten sich weitere Anhänger der Sachsen. Das Millerntor war mit 29.546 Zuschauern abermals ausverkauft und explodierte gleich zwei Mal. Bei beiden Toren wurde es brachial laut und auch nach dem Spiel kochte der Kessel an der Budapester Straße.

Schlagzeilen macht der FCSP aber nicht nur wegen dem sehr wichtigen Sieg gestern sondern auch wegen einem Spruchband in der Halbzeitpause. Zwei Stück gab es insgesamt. "Seht dort drüben, wo sie noch mit Pferden die Äcker pflügen, laden sie herzlich zu ihren Märschen und Fackelzügen" - schon der Wortlaut des ersten Spruchbandes brachte den Gästeblock auf die Palme. Doch damit noch nicht genug, man setzte noch einen drauf. "Schon eure Großeltern haben für Dresden gebrannt  gegen den doitsche Opfermythos!" Keine Frage, die Botschaft ist klar, das Mittel der Umsetzung sprengt jedoch den Rahmen komplett. In Anspielung auf den 13.02.1945 (Bombenangriff der allierten Truppen auf Dresden) wurde dort eine klare Grenze überschritten. Das hat man nach dem Spiel auch eingesehen und sich mittlerweile öffentlich entschuldigt.

Wir blieben nach dem Spiel noch ein wenig, genossen die Atmosphäre und feierten ein wenig. Nach längerem Zwischenstopp bei einem sehr leckeren "Diner" in Oyten waren wir gegen 20:00 Uhr zurück in Osnabrück. Die Abfahrt verlief, wie der gesamte Rückweg, ohne Probleme.



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Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Rubbel99 am 13.02.2017 15:17.

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Sehr schöner Bericht. Das Millerntor möchte ich unbedingt auch noch einmal besuchen, das ist fast das einzige, was mir in Hamburg noch fehlt (obwohl: sag niemals nie)... Aber von den lohnenswerten Stadien in Hamburg wird das sicherlich fast das einzige sein, das mir noch fehlt. Vicky, Cordi, Altona, BU, VfL 93, Sternschanze, Bergedorf, Lurup, SC Union, Norderstedt, HSV, ... wo war man nicht schon überall...
Was ich mich aber noch frage, ist, wie sich die Stimmung in St. Pauli entwickelt hat. Ich verfolge regelmäßig auch diverse Blogs der Südkurve München wie z.B. Südkurvenbladdl, da sind auch regelmäßig Berichte von St. Pauli mit dabei. Dort spricht man, wie z.B. beim letzten Heimspiel gegen den VfB Stuttgart von einem Auf- und Ab der Stimmung, bedingt durch die sportliche Misere (Quelle: http://suedkurvenbladdl.org/neues-von-unseren-freunden-110/ ). Ist dem so? Nimmt die Stimmung von mal zu mal ab oder war dies nur ein negativer Ausreißer? Du schriebst ja, dass es zumindest bei den Toren brachial laut war. Wie war es davor und danach? Würde mich mal interessieren. Über den Spruchband gibt es natürlich keine zwei Meinungen, das ist absolut beschämend. Aber man hat sich hierfür ja entschuldigt. Natürlich kann man gegen Dresden und die vielen Pediga-Aufmärsche ein Zeichen setzen, aber das ging unter die Gürtellinie. Ultra-Gruppierungen sind ja - verständlicherweise - gegen Kollektivstrafen wie jetzt z.B. im Fall von Borussia Dortmund mit der kompletten Blocksperre. Dann sollte man im Umkehrschluss auch nicht kollektiv alle Dresdener in die gleiche (rechte) Ecke stellen. Da werden sicherlich einige bei sein, aber nicht alle. Mal ganz abgesehen davon, dass man damit die Opfer verhöhnt hat... Deswegen ist es auch richtig, dass man sich hierfür entschuldigt hat. Das ist zumindest meine Meinung...


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Lohnenswert ist auch das Billtal-Stadion in Bergedorf, Heimat von Atlantik Hamburg. smile

Die Atmosphäre am Millerntor finde ich einzigartig. Dort siehst du alle Gehaltsklassen und jede Schicht der Gesellschaft, da kannst du sein wie du willst und du findest ganz schnell Anschluss. Das habe ich so bisher nirgends erlebt.

Die Stimmung ist durchaus Abhängig vom sportlichen Verlauf. Klar. Ich kenne das Millerntor vor dem Umbau, da hattest du als Gästefan schon mit dem Betreten des Stadions das Stimmungsduell verloren. Egal wie viele Fans du dabei hattest. Alle vier Seiten haben den FCSP bedingungslos nach vorne geschrien und du warst einfach nur Statist. Wie es damals in sportlich schlechten Zeiten aussah kann ich nicht beurteilen.

Wir waren nun schon öfter am Millerntor und ich muss sagen, dass sich mein Bild von damals relativiert hat. Die Hymne und das Intro (Hells Bells) ist natürlich immer ein absoluter Gänsehautmoment, auch die ersten gut zehn Minuten dreht das Stadion noch komplett ab. Danach merkt man aber, dass zumeist "nur" noch die drei Stehplatztribünen (Süd, Gegengerade, Nord) die Stimmung aufrecht erhalten. Sankt Pauli lebt vom Kult, von seinen vielen Fanclubs, von der Atmosphäre an Spieltagen, Initiativen und natürlich auch vom politischen Standpunkt - die Stimmung ist auch einmalig. Aber eben nicht durchgängig. Dennoch ist das Millerntor für mich eine der stimmungsvollsten (ich möchte fast sagen die stimmungsvollste) Bude im deutschen Profifußball.

Ein Besuch dort lohnt sich aber alleine schon wegen dem "Drumherum". Der Besuch am Millerntor ist mehr als nur Fußball, das ist ein echtes Erlebnis. Und das nicht, weil da ein künstliches Event erzeugt wird. Sondern weil die Menschen dort es zu einem besonderen Erlebnis machen.


14.02.2017 10:11 Rubbel99 ist offline Email an Rubbel99 senden Beiträge von Rubbel99 suchen Nehmen Sie Rubbel99 in Ihre Freundesliste auf
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Ok, danke für die Info!!! Ich finde im Übrigen die Stimmung in Köln und Frankfurt auch überragend...


14.02.2017 21:45 Nikurasu ist offline Email an Nikurasu senden Homepage von Nikurasu Beiträge von Nikurasu suchen Nehmen Sie Nikurasu in Ihre Freundesliste auf Füge Nikurasu in deine Contact-Liste ein
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Gerne! Bei Kartenbestellungen für das Millerntor ist aber Eile geboten, wenn es nicht gerade ein Wochenspieltag oder ein nicht so attraktiver Gegner sein soll.

Köln und Frankfurt sind auch gut in Sachen Stimmung, da ist die Atmosphäre an sich aber meiner Meinung nach eine komplett andere.


15.02.2017 11:51 Rubbel99 ist offline Email an Rubbel99 senden Beiträge von Rubbel99 suchen Nehmen Sie Rubbel99 in Ihre Freundesliste auf
 
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